Stefan Koslowski

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    ubai übt auf viele
    Menschen eine große
    Faszination aus. Eine

Mischung aus 1001 Nacht und avantgardistischer Architektur sowie einer ungewöhnlichen Lage zwischen Meer und Wüste machen den besonderen Reiz aus. Darüber hinaus hat das Emirat am Persischen Golf mit 1,7 Millionen Einwohnern seinen Besuchern eine Menge zu bieten. Das liegt auch daran, dass die Ölvorkommen des Landes langsam zur Neige gehen und die Scheichs immer mehr auf Tourismus setzen. Der Plan scheint aufzugehen, denn im Vor-Corona-Jahr 2019 stieg die Besucheranzahl im Verhältnis zum Vorjahr um 5,1 Prozent auf 16,7 Millionen Besucher – absoluter Rekord. Unter zahlreichen Attraktionen sind das Highlight für viele Besucher seit Jahren das Burj al Arab, das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt, und auf den Besucher, der noch höher hinaus möchte, wartet das höchste Gebäude der Welt mit 828 Metern, das Burj Kalifa. Hier finden sich Hotels, Büros und neben Geldautomaten sogar Goldautomaten, an denen man Barren bis zu einer Unze Gold abheben kann. Dem Scheich von Dubai war während der langen Bauphase das Geld knapp geworden, und so half ihm der befreundete Scheich aus Abu Dhabi und lieh ihm Geld – ganz nebenbei wurde das Gebäude nach ihm benannt. Einerseits eine große Schande für Dubai, andererseits zeigt es die Verbundenheit der Emirate untereinander.

Das Klima ist für Touristen vielversprechend: Gerade im Winter ist Dubai deshalb attraktiv, weil die Temperaturen angenehm und sommerlich warm sind. Der Wüstenstaat wirbt mit 360 Sonnetagen im Jahr, wobei nicht zu vergessen ist, dass in den Sommermonaten häufig 40 – 50 Grad herrschen – für viele Urlauber Mitteleuropas eine unvorstellbare Hitze, die die Urlaubsfreuden und den Erholungseffekt schmälern können.

Seit Dubai im vergangenen Sommer nach Corona-Restriktionen wieder für den Tourismus öffnete, hat es sich als attraktiver Ferienort in Pandemie-Zeiten vermarktet. Es gibt keine Quarantäne-Vorschriften für ankommende Besucher aus dem Ausland (ein negativer Test reicht), und sie können jetzt in Dubais pulsierenden Bars und an den Stränden nach Herzenslust feiern und neiderweckende Selfies nach Hause schicken. Auch Geschäfte, Restaurants und Museen sind offen, Ausgangssperren gibt es nicht. Dubai lockt Touristen mit maximaler Freiheit und minimalen Einschränkungen. Dass das möglich ist, liegt an einem ehrgeizigen Impfprogramm, welches Dubai im Dezember 2020 gestartet hat. Auf 100 Einwohner wurden mittlerweile 64 Dosen verspritzt, das ist der zweitbeste Wert weltweit hinter Israel. Die Philosophie laute: Jeden impfen und alles offenlassen.

Aber nicht nur für Touristen ist Dubai ein interessantes Domizil, sondern auch für Geschäftsleute, die ihre Firma in dem Emirat gründen wollen oder Menschen, die sich als Residents komplett im Wüstenstaat niederlassen möchten.

Ausländische Käufer haben in den vergangenen Monaten den Nobelimmobilienmarkt in Dubai überflutet. Sie erwerben Luxusvillen und Penthouses in Rekordzahlen, was die Preise in die Höhe katapultiert. Allein im ersten Quartal dieses Jahres haben die Verkäufe von Highend-Immobilien im Vergleich zum selben Zeitraum 2020 um 230 Prozent zugelegt, die Preise in einigen besonders noblen Gegenden stiegen um bis zu 40 Prozent. Der Immobilienberaterfirma Property Monitor zufolge haben im April 90 Häuser und Eigentumswohnungen im Durchschnittswert von umgerechnet 2,2 Millionen Euro den Besitzer gewechselt, was einen neuen Rekord setzt. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2020 waren es 54.

Der Wüstenstaat überzeugt aber nicht nur mit attraktiven Immobilien, sondern insgesamt als globales Finanzzentrum, das als Oase im unbeständigen Nahen Osten gilt, und daher seit langem von Kapitalflucht profitiert. Dubai bietet auch deutschen Unternehmen einen sehr attraktiven Markt zum Wachsen und Expandieren. Die Vorteile – sowohl rechtliche als auch steuerliche – sind immens, so gibt es beispielsweise bei den gängigen Gesellschaftsformen keine Einkommens- und Körperschaftssteuer. Und in den Freihandelszonen können 100% der Geschäftsanteile in der Hand von Ausländern liegen, was im Staatsgebiet nicht erlaubt ist. Dort muss ein emiratischer Mehrheitsgesellschafter bestellt werden.

Auch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den VAE sind gut: Die Emirate sind der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands in den MENA-Staaten (Middle East & Nord Africa). Wer sich mit dem Gedanken einer Unternehmensgründung in Dubai beschäftigt, sollte sich vorher in jedem Fall mit Experten austauschen; dafür gibt es spezialisierte Unternehmen und Anwaltskanzleien.

Dubai hat eine hervorragende Infrastruktur, sei es für Touristen, Bewohner oder Geschäftsleute. Drei Milliarden Menschen erreichen Dubai in nur einer Flugstunde, und weitere vier Milliarden Menschen leben nur acht Flugstunden vom Emirat entfernt. Der Dubai International Airport (DXB) wurde sechs Jahre in Folge als verkehrsreichster internationaler Flughafen eingestuft und soll bis 2023 bis zu 240 Millionen Passagiere willkommen heißen und Flüge zu 240 Destinationen anbieten. Die staatliche Fluggesellschaft Emirates, eine der größten und besten Airlines der Welt, erhält große Unterstützung durch die Regierung, wodurch einerseits neue Märkte erschlossen werden, aber auch durch hohe Subventionen große Marktvorteile gegenüber anderen Airlines entstehen.

Überhaupt stehen die Zeichen auf Wachstum: Dubais Zukunftsvisionen zum Thema Transport und Mobilität sind sehr ambitioniert, wobei einiges an Science-Fiction-Filme erinnert. Um den Straßenverkehr zu entzerren, plant die Stadt in den nächsten Jahren den Einsatz von sogenannten Volocoptern – auch Flugtaxis genannt. Hierbei handelt es sich um emissionsfreie und elektrisch angetriebene Flugzeuge, die autonom fliegen können.

Beim Thema Sport und Freizeit erbringt die Stadt der Superlative ebenfalls Höchstleistungen. Der eindrucksvollste Rekord ist sicherlich Ski Dubai: der größte Indoor-Snowpark der Welt – gebaut in einem Wüstenstaat. Die riesige Skihalle in der Mall of The Emirates ist ein Symbol dafür, wie wichtig den Emiratis das Thema Sport ist. Von Skifahren über Golf und Tennis bis Kamelreiten: In Dubai ist alles möglich, was Spaß macht.

Dubais Hotellandschaft ist geprägt einer relativ hohen Anzahl an exklusiven Hotels – nach London befinden sich in der Stadt mit 61 die meisten 5-Sterne-Hotels weltweit. So verwundert es nicht, dass sich die Vereinigten Arabischen Emirate und das Emirat Dubai mittlerweile als Luxus-Destination etabliert haben. Jährlich wachsen neue Top-Resorts vom Dubai Creek über Downtown Dubai, der künstlichen Insel The Palm Jumeirah bis hin zur Dubai Marina aus dem Boden. Auch die internationale Küche in Dubai hat ein sehr hohes Niveau und ist äußerst vielseitig. Einige der besten Sterne-Köche der Welt, wie zum Beispiel Santi Santamaria, Gary Rhodes oder Jamie Oliver, haben in den letzten Jahren Restaurants in Dubai eröffnet und es kommen stetig weitere hinzu. In den erstklassigen, europäischen Restaurants in den Hotels der Stadt werden Spezialitäten unter anderem aus Spanien, Portugal, Griechenland und Italien serviert. Asien ist ebenso umfassend repräsentiert mit vielen guten chinesischen, japanischen, thailändischen, philippinischen, koreanischen, indischen und pakistanischen Restaurants.

Doch bei so viel Licht und Sonne gibt es natürlich auch Schattenseiten. Für westliche Verhaltensweisen, die bei uns als normal gelten oder allenfalls als „kleine Verstöße“ eingeordnet werden, drohen in Dubai bereits unerwartet drastische Strafen. So ist es beispielsweise ein Verbrechen, das Land, seine Bürger oder Unternehmen auf Facebook oder Twitter zu kritisieren. Unter den anderen Vergehen, von denen wenige Ausländer ahnen, dass sie zu Haftstrafen führen können, befinden sich das selbst versehentliche Ausstellen eines Schecks, der platzt, die verzögerte Begleichung einer Kreditkartenrechnung, das Fotografieren einer Person ohne deren Erlaubnis und das öffentliche Berühren anderer Personen.

Auf den Besucher, der die Regeln in Dubai respektiert und einhält, wartet allerdings ein einmaliger Aufenthalt, denn unabhängig davon, ob man in Dubai Urlaub machten möchte, dort seinen Wohnsitz hat, oder sich mit seinem Unternehmen niederlässt, um Geschäfte zu machen: Das Emirat ist in vielerlei Hinsicht eine Reise Wert und überrascht seine Besucher und zugezogenen Bewohner mit einer spannenden Mischung aus 1001 Nacht und Science Fiction.

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