Stefan Koslowski

W

    enn die Namen von Unternehmern
    fallen, die die Welt der Neuzeit
    verändert haben, darf ein Mann
    nicht fehlen: Elon Musk.

Er ist nicht nur Innovator, sondern Visionär und das nicht nur in einer Disziplin: Er baut Elektroautos, schickt recyclebare Raketen ins All, will den Mars besiedeln, Überschallzüge rund um die Welt schicken, die USA untertunneln und glaubt, dass irgendwann Hirn und Computer zu einer Einheit verschmelzen. Elon Musk gilt als einer der aktivsten und mutigsten Unternehmer unserer Zeit: Der Milliardär möchte nicht nur die nächste mittelmäßige Geschäftsidee finden, sondern gleich ganze Lebensbereiche verändern, den Alltag von Milliarden Menschen umkrempeln und die Zukunft gestalten.

Wenn es eines Namens bedarf, die Musks zahlreichen Aktivitäten am besten beschreibt, wäre „Mr. Future“ wohl der passendste.

Was viele nicht wissen: In der Vergangenheit lief für den Selfmade-Milliardär nicht alles rund, vor allem in seiner Jugend, die ihn prägte. So konnte er es kaum erwarten, dieser zu entfliehen und wanderte bereits mit 17 Jahren von Südafrika nach Kanada aus, wo er kurz darauf sein Studium begann. Sein großes Ziel lag allerdings weiter südlich: USA, Kalifornien, Silicon Valley. Zusammen mit seinem Bruder Kimbal machte er sich in den Semesterferien dort auf die Suche nach Geschäftsideen, und 1995 wurden beide fündig. Gerade fertig mit dem Studium, gründeten die Brüder in Palo Alto ihre erste Firma, Zip2, eine Art Gelbe Seiten mit Kartennavigation. Nur vier Jahre später kaufte Compaq das Unternehmen für 307 Millionen Dollar, Elon Musk bekam davon 22 Millionen. Doch im Gegensatz zu den meisten Endzwanzigern gönnte sich Elon Musk kein Leben im Luxus oder hatte den Gedanken, nie wieder zu arbeiten, sondern steckte fast alles in sein nächstes Projekt, X.com, das später im Bezahldienstleister PayPal aufgehen sollte. Musk war größter Einzelaktionär, als Ebay im Jahr 2002 PayPal für 1,5 Milliarden Euro kaufte.

Aber Elon Musks Visionen waren schon immer grenzenlos, und so verwunderte es nicht, dass sein nächstes Projekt die Erde in Richtung Weltall verließ. Er investierte 100 Millionen Dollar und gründete das Raumfahrtunternehmen SpaceX 2002. Es entwickelt Raketen und nimmt auch Aufträge der NASA an. Das Unternehmen wurde mit keinem geringeren Ziel gegründet, als eines Tages Technologien auf den Mars zu schaffen, die es der Menschheit ermöglichen sollen, dort zu leben. Aktuell macht Musks Ankündigung Schlagzeilen, dass sein SpaceX die ISS-Raumfähre retten wird, sollte der Ukraine-Konflikt durch Russland weiter eskalieren und ins Weltall verlagert werden.

Das bekannteste Unternehmen, das Elon Musk nach vorne gebracht hat, ist jedoch Tesla. Anfangs belächelt, da viele selbsternannte Experten keine Zukunft für E-Mobilität sahen, hat die Marke mittlerweile einen großen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb herausgefahren. Bereits 2003, also vor knapp 20 Jahren, begann Musk in den Elektroautohersteller zu investieren.

Die Arbeit zahlte sich aus: Tesla ist weiterhin auf Erfolgskurs und hat sich mit dem Bau einer Gigafactory in die „Höhle des Löwen“ gewagt:

Mitten in der Autonation Nummer Eins, in Deutschland, hat Elon Musk einen weiteren Meilenstein gesetzt. In Grünheide bei Berlin sollen demnächst 12.000 Mitarbeiter jährlich 500.000 Fahrzeuge produzieren, somit ist die Gigafactory die größte E-Auto-Fabrik Europas hinsichtlich der Produktionskapazität. Auch sonst ist alles auf Innovation und Nachhaltigkeit ausgelegt: Das Fabrikdach wird mit Solaranlagen ausgestattet werden. Insgesamt rechnet Tesla mit Errichtungskosten von 1,065 Milliarden Euro für die Gigafactory in Brandenburg.

Das eigentliche Fabrik-Gebäude wird eine riesige Grundfläche von rund 600.000 Quadratmetern haben, etwa 1,5-mal so viel kommen für Straßen und Parkplätze hinzu. Damit wäre allein die überbaute Fläche fast so groß wie das gesamte Grundstück für die 2019 begonnene und fertiggestellte Gigafactory 3 (GF3) von Tesla in China.

Überhaupt läuft es auch in Krisenzeiten gut für Tesla: Weltweit verzeichnete das Unternehmen ein rasantes Wachstum und schaffte 2021 seinen zweiten Jahresgewinn seit der Firmengründung 2003. Unterm Strich verdiente der Konzern nach eigenen Angaben 5,5 Milliarden Dollar (4,8 Mrd Euro) und damit 665 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erlöse stiegen um 71 Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar. Tesla ist mit einem Börsenwert von zuletzt fast einer Billion US-Dollar der am Kapitalmarkt mit Abstand am höchsten gehandelte Autohersteller. Zum Vergleich: Der deutsche Volkswagenkonzern kommt insgesamt lediglich auf rund 115 Milliarden Euro.

Aber was wären E-Autos ohne Batterien? Elon Musk denkt immer mindestens einen Schritt im Voraus, und so hat Tesla bereits 2014 in Nevada den Grundstein für die Gigafactory gelegt. Schon vor der Fertigstellung war Tesla klar, dass die Gigafactory das größte Gebäude der Welt werden soll – und vollständig mit erneuerbaren Energiequellen betrieben wird. Die Anlage, die als Netto-Nullenergiefabrik konzipiert ist, wird hauptsächlich mit Solarenergie betrieben. Bereits 2018 erreichte die Batterieproduktion in der Gigafactory eine Quote von jährlich rund 20 GWh und war damit die volumenstärkste Batteriefabrik der Welt. Tesla produziert mehr Batterien in kWh als alle anderen Autohersteller zusammen. Mit dem Hochfahren der Produktion in der Gigafactory wurden Teslas Kosten für Batteriezellen durch innovative Fertigung, Abfallreduzierung und die einfache Optimierung der Unterbringung der meisten Herstellungs – prozesse unter einem Dach erheblich gesenkt, wodurch E-Mobilität für immer mehr Menschen erschwinglich geworden ist.

Unternehmer wie Elon Musk sind für viele CEOs dieser Welt große Vorbilder. Auch wenn die wenigsten Inhaber oder Geschäftsführer eine Marke wie Tesla entwickeln werden, so gibt es doch Dinge, die für das Business interessant sind; beispielsweise, dass viele der bedeutenden Ideen von Musk aus kleinen Fragen entstanden sind – so auch der Gedankengang für sein Projekt Hyperloop, einer Art Rohrpost, die Passagiere in einer Kapsel in Schallgeschwindigkeit von A nach B befördert. Die Gedanken, die Musk hatte, waren, wie können wir den Nahverkehr in Kalifornien bequemer und umweltfreundlicher gestalten? Der Gedankenprozess des Unternehmers: mit einer Eisenbahn. Einer elektrischen Eisenbahn. Eine elektrische Eisenbahn, die durch einen riesigen Tunnel fährt. Die anfängliche Frage und erste Antwort mögen klein sein. Im Laufe der Zeit werden die Ideen immer weitergesponnen, bis ein ausgereiftes Konzept für die Fragestellung entstanden ist. Jede kleine Antwort kann zu einer möglichen Lösung heranwachsen, egal wie klein und abwegig sie zunächst scheinen mag.

Und so entwickelte Musk das Konzept nach eigener Aussage als kostengünstige und sichere Transportalternative zunächst für die Verbindung zwischen Los Angeles und San Francisco bei einer Fahrzeit von nur 35 Minuten, anstatt 6 Stunden mit dem Auto für die 570 km lange Strecke. Auch für Europa und Deutschland gibt es Interessenten an diesem Konzept, die Strecke von Hamburg nach Berlin wäre in 20 Minuten zu schaffen, anstatt in 3 Stunden mit dem Auto. Und die Vereinigten Arabischen Emirate sind ebenso an diesem Transportsystem interessiert. Dort rechnet man mit einer Fahrzeit von 12 Minuten zwischen den Zentren von Dubai und Abu Dhabi anstelle von zwei Stunden mit dem Auto.

Egal, an welchem Projekt Musk bislang gearbeitet hat, sein größtes Credo lebt er sich und seinen Mitarbeitern tagtäglich vor: „Arbeit hört auf, sich nach Arbeit anzufühlen, wenn die Arbeit mit unseren persönlichen Leidenschaften verbunden ist. Denn dann haben wir Spaß an dem, was wir tun. Darüber sollten wir nachdenken: was unsere Leidenschaften sind und wie wir sie in unseren Arbeitsalltag integrieren können. Wenn wir unsere Leidenschaft zum Beruf machen können, werden wir nicht das Gefühl haben, zu arbeiten.“ Mit dieser Einstellung ist davon auszugehen, dass „Mr. Future“ in Zukunft noch viele Projekte an den Start bringen wird, die die Menschen bewegen werden – ob zu Land oder zu Luft.

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